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das römische triclinium

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griechisches Speisezimmer

römisches triclinium

Während ein Großteil der Bevölkerung über einfache Wohnverhältnisse nicht hinauskam und sich kein spezielles Speisezimmer leisten konnte, trieb die wohlhabende Schicht großen Aufwand mit aufwändigen Gastereien.

Bei der großen Bedeutung, welche dem convivium zukam, muss in den großen Stadthäusern und Landvillen von meist mehreren Speiseräumen ausgegangen werden. Leider lässt der archäologische Befund nur selten präzise Definitionen zu. Dies gilt sogar für die ungewöhnlich gut erhaltenen Vesuvstädte. Im Idealfall war eine gewisse Weitläufigkeit erwünscht, sodass ein bequemer Zugang zu den Klinen für Gäste und Service möglich war. Ein Laufgang hinter den Klinen war bei großen Räumen üblich. Vitruv empfiehlt einen länglichen Raum, dessen Tiefe der doppelten Breite entspricht. Bisher haben sich dafür jedoch nur wenige Beispiele finden lassen. Berliebter war die Proportion 2:3.
Ein römisches triclinium besaß drei clinen, die derart um den zentralen Tisch (mensa) herum angeordnet waren, dass der Zugang für den Service erhalten blieb. Man lag schräg mit den Köpfen nach innen, den Füßen nach außen. In der Praxis bringt dies die Beteiligten auf eine sehr private, legere Art eng zusammen. Das convivium war nicht nur der Ort heiterer Genüsse. Es führte auch regelmäßig zur Bildung einer Gruppe von Teilnehmern, die sich gegenüber dem eigenen Gefolge und dem Bedienungspersonal abgrenzte und zudem eine innere Rangordnung entwickelte. Die soziale Hierarchie wurde hier nicht vergessen, sondern deutlich hervorgekehrt. Während auf dem Lectus immus die Familie des Gastgebers mit dem Familienoberhaupt auf Platz 3 zu liegen kam, waren auf dem Lectus medius im Besonderen Platz 6 die Ehrenplätze. Auf dem Lectus summus nahmen die minderen Gäste Platz. Begehrt waren die Plätze an den bequemen Lehnen (3,6 und 9). Wenn in der Bibel erwähnt wird, Johannes sei stets an der Brust Jesu gelegen, heißt dies nicht nur, dass er zu dessen rechten Hand lag, sondern auch, dass Jesus den Ehrenplatz an der Lehne innehatte.

Wie Textstellen zeigen, wurde das 9er-System nicht immer eingehalten. Von bisweilen drangvoller Enge kann ausgegangen werden.
In der Zeit des Hellenismus gab sich die Oberschicht nicht mehr mit "nur" einem Triclinium zufrieden. Im Sommer bevorzugte man kühl gelegene Nord und Nord-Ost Lagen oder benutzte ein Triclinium im Freien. Im Winter gab man einem nach Westen gelegenen Speiseraum den Vorzug, um möglichst lange möglichst viel Sonne einzufangen. Im Übrigen legte man Wert auf verschieden große Räumlichkeiten. Der engste, vertrauliche Freundeszirkel benötigte einen anderen Rahmen als die großen Empfänge oder die ungeliebte Klientenbewirtung.
Der Weg vom Eingang ins triclinium war exakt durchgeplant. Ziel war es, den Gast durch maximale Prachtentfaltung möglichst zu beeindrucken. Vom Eingang hatte man die Achse durch das Atrium mit im Hintergrund sichtbaren Peristyl. Bevor man im römischen triclinium Platz nahm, konnte noch der Garten mit seiner Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Wasserspielen gewürdigt werden. Unverkennbar ist das Bestreben, den Festsaal mit weitem Ausblick ins Perisyl zu versehen. Nicht immer haben die Verhältnisse dies ermöglicht. Im 2.Jh.v.Chr. setzte bei wohlhabenden Häusern eine Entwicklung ein, die Eingangswand so zu öffnen und Vorraum wie Peristyl derart zu integrieren, dass es für den Blick der auf den Klinen Liegenden zu einem "gemauerten Bild" (Hermogenes) kam. Das Peristyl wurde zu einem kleinen Paradies mit einem kunstvollen Arrangement von Brunnen, Statuen und Pflanzen. Je nach Mode waren die Wände im Raum Träger illusionärer Malereien. Von den einfachen Strukturen des frühen 2. pomp. Stils über bombastische Säulenfluchten des späten 2. Stils bis hin zu phantasiereichen völlig irrealen Architekturkomplexen des 4.Stils. Bei entsprechender Witterung benutzte man gerne hölzerne oder gemauerte Klinenanlagen im Freien, die Sommertriclinia. Gerne verband man diese mit Wasserspielen und genoß den Kühleffekt selbiger.

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